Was unterscheidet atmosphärische Verschmutzungen von organischer Verschmutzung auf der Fassade?
Atmosphärische Verschmutzung
Baustaub, Ruß und andere atmosphärische Verschmutzungen lagern sich oberflächlich in der Struktur der Fassade ab.
Ein großer Teil dieser Verschmutzungen wird durch Regen und Witterung wieder abgespült.
Organische Verschmutzung
Algen, Moose, Pilze und Flechten sind lebendige Organismen, die auf Fassaden wachsen und sich fortpflanzen.
Durch Sporen, die durch die Luft fliegen und sich in der Putzstruktur niederlassen, und Regenwasser, entsteht ein Nährboden, auf dem sich diese Organismen entwickeln können.
Sie bilden feine Wurzeln (Rhizoide), mit denen sie sich in die Poren und Kapillaren des Putzes einkrallen.
Dies führt dazu, dass sie auf der Fassade haften bleiben, sich ausbreiten und nicht vom Regen abgewaschen werden.
Organische Verschmutzungen machen 95% der optischen Verschmutzung aus.

Welche Arten von organischen Verschmutzungen gibt es?
Algen
Sie sind meist die Pioniere auf der Fassade und die ersten sichtbaren Organismen.
Sie erscheinen als grünliche, rötliche oder schwarze Beläge.
Algen halten Feuchtigkeit länger auf der Oberfläche, was noch bessere Bedingungen für Pilze und Moose schafft.

Pilze und Moose
Pilze benötigen organisches Material wie z.B. Algen oder Moos als Nahrungsquelle.
Moose wachsen bevorzugt auf dauerhaft feuchten Flächen wie auf Algen oder in Ritzen oder Fugen.
Beide fördern die weitere Feuchthaltung der Fassade.

Flechten
Flechten sind Symbiosen aus Algen und Pilze.
Ihr Wachstum ist langsamer, sie verankern sich jedoch sehr fest und teils tief im Putz.
Auch sie speichern Wasser und führen zu einer Feuchthaltung der Fassade.

Sind Verschmutzungen schädlich für die Substanz der Fassade?
Nicht jede Verschmutzung ist gefährlich – es kommt auf die Art an.
Atmosphärische Verschmutzungen wie Staub, Ruß oder Abgase sind meist unbedenklich, da sie sich nur oberflächlich ablagern und durch Regen teilweise von selbst abspülen.
Organischer Bewuchs hingegen sollte frühzeitig entfernt werden, um die Fassade und Bausubstanz dauerhaft zu schützen.
Er verändert nicht nur das Aussehen, sondern auch die Oberflächenstruktur und das Feuchtegleichgewicht der Fassade.
Durch ihre Verwurzelung, welche die Oberfläche aufbricht, ermöglichen sie das Eindringen von Feuchtigkeit in die Fassade.
Des Weiteren entstehen organische Säuren, die Mineralien im Putz zersetzen und die Bindemittel dauerhaft zerstören.
Das führt mittelfristig zu Rissen, Abplatzungen und Frostschäden und somit zu einem deutlich verkürzten Lebenszeit der Bausubstanz und damit zu einem höheren Sanierungsbedarf.
Übersicht Risiken
| Organisms | Hauptgefahr | Folge |
| Algen | Feuchtebildung | Frostschäden, optische Mängel |
| Pilze | Zersetzung organischer Bestandteile | Materialabbau, Flecken |
| Moose | Wasserspeicherung | Durchfeuchtung, Abplatzungen |
| Flechten | Mechanisch-chemischer Angriff | Oberflächenzerfall, verringerte Haftung von Beschichtungen |